|
2007
2006
Marina Cvetanovska Martinovska
Emilia Duparova
Vidoje Tucovic
Ottjörg A.C.
Anka Danailovska
Miodrag Peric
Dijana Tomic Radevska
Revolt MKD
Archi Galentz
Armin Kauker
Birgit Maria Wolf
Beyond the light and the colour
Dusan Todorovic
Wadim Rakowski
Ulrike Markert
Sun for All
2005
2004
|
27.01. - 22.02.2006
Sun for All / Sonne für Alle
Jovan Balov,
http://www.balov.de/
Robert Conev,
http://www.conev.de/
Ice
Teodosievski,
http://www.el-macedon.de
Group OPA,
Danche Stevceska & DenisSaraginovski


Photo:
Jovan Balov
lichtwesen
wie es wilhelm peters treffend sagte, ist die malerei eine bewusste
formulierung der farbe, des lichtes, ist die aktive und bewusste anteilnahme
an einer verbindung von sichtbarem und unsichtbarem und macht sie dadurch zu
einem geistigen prozess.
dem modulieren der farbe, deren einzelne partikel pulsieren und aus sich
herausleuchten hat sich der 1962 in mazedonien geborener künstler ice
teodosievski verschrieben. seine bilder, die er als ikonen verstanden werden
möchte, lassen die farben als eingefangenes sonnenlicht, als die
verkörperung des göttlichen erfahren. das licht ist ein medium und eine
botschaft. unter der verwendung modernen materialien wie acrylfarbe,
aluminiumfolie und pappe gestaltet ice teodosievski energetische felder, die
als sonne, heiligenschein oder mond dargestellt sind. somit schlägt er eine
brücke zwischen der mythologischen vorstellung von sonnen und mondgottheit
und der moderne.
text von janina wegner- kereš

Ice Teodosievski
Robert Conev

Conev
Balov
Teodosievski
malerei als
abenteuer
das schaffen des jungen malers robert conev lässt eine
methode erkennen, welche zwei arbeitsphasen beinhaltet. in der ersten phase
häuft er in malerischen, hedonistischen wellen farbflächen an, die ihm als
vorbereitung für das bild dienen. er beginnt also nicht sofort mit der
weißen leinwand vor dem modell, sondern setzt einen farbgrund in
pastelltönen an. diese grundierung ist die basis für die spätere komposition,
welche die zweite phase seines bildnerischen prozesses kennzeichnet. in
diesem moment des komponierens vor dem modell ist sich der künstler seines
abenteuers bewusst, welches ihn auch nicht verlässt während er dem anschein
nach in unbekanntem spiel das objekt modelliert und seine verhältnisse oder
subtilen inhalte definiert. mit der idee des “vollendeten bildes”, welches
sich im vorfeld beim betrachten der modelle in ihm bildet, beginnt er die
komposition zu bauen. am ende dieses abenteuers spürt man den rhythmus von
farbtakten, welche seine figuren modellieren.


Photo: Jovan Balov
in den arbeiten conevs kollidieren zwei realitäten, die man als seine
persönlichen dramen bezeichnen kann. diese realitäten weiß er präzise zu
formulieren. seine präokkupation und bestimmung zum deutschen
expressionismus resultiert durch das collagieren der vorangegangenen
vorbereitenden farbgrundlage. er nimmt den historischen kontext des
expressionismus auf, in welchem das hässliche über unser schicksal herrscht,
und über diese grundlage stellt er sein eigenes urdrama vor, nämlich das
dokumentieren der realität. die art und weise des dokumentierens steht
jedoch im gegensatz zur expressiven geste und aktion. im prozess des
erschaffens besinnt er sich seiner eigenen erotisch vollgestopften emotion
und erinnerung, was sehr typisch ist für jemanden dem das südeuropäische
temperament sehr nahe ist. (seine eltern stammen aus makedonien er selbst
ist in deutschland geboren.)
seine farbaufträge scheinen auf den ersten blick sehr expressiv und schnell,
sind aber tatsächlich sehr überlegt und konzentriert aufgetragen. die linie
folgt der anatomie und der breite pinselauftrag schneidet die fläche präzise
zu, während er jäh die formen definiert. und in diesem moment ergeben sich
die farben und formen, welche so rein und leicht das ambiente und die
atmosphäre wiedergeben, in welcher die bilder entstanden sind.

Photo: Jovan Balov

Photo: Ena Balova
seine neuesten werke können zwei verschiedenen zyklen zugeordnet
werden “metaphern” und “puppen”. die “metaphern” - bilder entstehen durch
arbeiten am weiblichen modell (angezogene figuren), und die “puppen” -
bilder im zweiten zyklus, die unter zuhilfenahme einer kinderpuppe
entstehen, sind stillleben in denen die puppe in variation als hauptelement
erscheint. beide zyklen lassen eine gemeinsamkeit erkennen, nämlich die
baustrategie des “gebens und nehmens”, welche ihn befähigt die formen und
pläne des bildes zu modellieren. bemerkenswert scheint in diesem prozess
nicht das resultat eines akademischen malers zu sein, der eine rationale
bildnerische technik anwendet, sondern vielmehr das latente dokumentieren
der atmosphäre, in der der maler sich seinem modell hingibt.oft sind seine
modelle ohne gesicht oder mit wenigen linien gemalt, welche nur einen teil
des charakters des modells andeuten.
das gesicht ist für jeden menschen eines der wesentlichen eigenheiten, die
ihn zur person machen, und das ihn von anderen menschen unterscheidet. das
gesicht ist gleichzeitig der äußere ausdruck des inneren wesens. in den
bildern conevs ist die gestalt ohne antliz der mensch überhaupt, d.h. er
wird zum universell abgesonderter begriff, grundsymbol für den menschen und
der menschlichkeit.
deswegen dringt dieser nicht in den psychologischen zustand des modells ein,
portraitiert nicht bis zum schluss das innere empfinden des modells und
reduziert sogar manchmal die identität zu einem fleck. er ist vielmehr
erregt von dem puls und der wärme, den seine modelle ausstrahlen. er
entdeckt ihre reflektionen und genau diese führen sein malerisches wirken
zum endpunkt seines abenteuers.
text von jovan balov
|