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2006
Marina Cvetanovska Martinovska Beyond the light and the colour
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24.11. - 14.12.2006 Vidoje Tucovic "Ecce Homo"
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Vidoje Tucovic
Vidoje Tucovic zählt zu jenen Autoren, die ihre Werke dann ausstellen, wenn sie etwas zu „sagen“haben, und nicht gewohnheitsmäßig wie die meisten. Heute sind die Maler rar, die durch ihr Werk und ihren philosophischen und ontologischen Gedanken den Raum beherrschen und dem Betrachter auf eine malerische Art eine Frage stellen und ihm gleichzeitig eine Vielzahl von Antworten und empirische Wahrheiten anbieten können. Tucovic ist einer von denen, die das auf eine sehr originelle Art und Weise tun. Auf seinen Bildern wird jeder Raum zum zeitgenössischen Tempel, denn diese Bilder fragen, erzählen, singen und klingeln mittels geistiger Wortgewandtheit.
Das sind Bilder von der Ursprünglichkeit des menschlichen Daseins, durch die er den Sinn des Lebens und den Sinn der Malerei und ihre Philosophie mitteilt. Um das zu erreichen, muss der Maler erst viel wissen und dann zurückkehren und das Bekannte vergessen können, um das Ursprüngliche in sich sprechen zu lassen, um etwas zu wiederholen und klar zu sehen, um das Wissen über die wesentliche biblische Wahrheit aufzubauen.
Selbst der Titel dieser Ausstellung „Ecce homo“ sagt, dass die Kunst seines Malens vor allem gedanklich ist, und zwar auf eine bildnerisch moderne Art. Sie besteht aus den elementaren Fragen, nach deren Antworten man im eigentlichen schöpferischen Prozess sucht. Sein Geist, immer neugierig und von der Bewusstheit über die wahren Werte angespornt, verwandelt alles in Kunst, was seine Hand und seine Vernunft berührt. Diese außergewöhnliche Bilder können wir als geistig, hellsichtig, gelehrsam, poetisch-lyrisch schildern. Seine Malerei bietet menschliche Wärme und einen breiten Umfang von Zeit und Wissen, sie ist zeitlos und modern, gegenwärtig und geschichtlich, literarisch und philosophisch...
Die bildnerische Membrane, die die Schwingungen des menschlichen Daseins absorbiert, äußert sich bei Tucovic in der schlichten Komposition und im zentralen Motiv jener Geschichte über das größte und ewige Opfer, über Byzanz, das Christentum, vielleicht die heiligste aller Geschichten, die ohne begleitende Details zu einem Höhepunkt hervorgehoben, und möglicherweise bis zu einer tosenden Größe auf der Leinwand dargestellt wird. Eine Kunst überfüllt mit Mythen, Symbolen, Zeichen, Merkmalen, Ahnungen. Der Künstler besitzt diejenige Seele, derer Verpflichtung es ist, herauszutreten. Immer vorwärts, manchmal aber auch empor.
Ohne Rücksicht auf die Strömungen des künstlerischen Augenblicks in dem sie leben, verspüren manche Künstler das Bedürfnis zu den Vorbildern vergangener Epochen zurückzukehren, um nach der verlorenen „ Renaissanceganzheit des Bildes“ zu suchen, ohne dabei ihre persönliche Prägung und ihre Authentizität zu vergessen. Ohne Zweifel ist Vidoje Tucovic einer dieser forschenden Künstler. Und wenn die Bilder die einzige wahrhafte Quelle jedes Künstlers sind, dann ist die Kunst des beachtenswerten und originellen Künstlers Vidoje Tucovic die Hauptbestätigung für die Natur seiner Persönlichkeit: Stark, neugierig, phantasievoll und beharrlich.
Für Vidoje Tucovic besteht die Aufgabe der Kunst nicht nur darin, über den Zustand des Geistes einer Epoche zu zeugen, sondern auch Energie einzuatmen. Genau diesen Empfang der Energie spürt man über seine Bilder. Die Schönheit ist universal, zeitlos, interplanetarisch, und genauso ist auch diese außergewöhnliche Ausstellung von Vidoje Tucovic.
Sonja Petrovic Kunsthistorikerin
Übersetzung: Elizabeta Lindner, M.A.
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