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Archi Galentz Dialog: Z.Radevska/N.Trajkovski
Heiko Daxl &
Ingeborg Fülepp
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Archi Galentz "Heute in sechzehn Jahren" 01.07 - 9.08. 2005
foto oben: die auf postalischem wege versandte postkarte wurde von in einer kleinen auflage im digitaldruckverfahren produziert. sie zeigt auf der vorderseite das foto von dem in deutschland viel beachteten philosophen und psychoanalytiker slavoj zizek während des internationalen kongresses "the post-communist condition" in berlin vom 10.-12. juni 2004.
Archi Galentz
Photo: Archi Galentz
ausstellungskonzeption
Photo: Matthias von Hoff
2.- da aber erfahrungsgemäss jedes ausstellungsprojekt einen sehr hohen materiellen einsatz fordert und berlin im ganzen, wedding im besonderen, nicht die orte sind, wo man hoffen könnte, ein finanzielles feed-back zu erzielen macht es nur sinn sich mit "fundamentalen" themen zu beschäftigen, die auf langfristig angelegte wirkung zielen. seit meinem kunststudium an der berliner udk versuchte ich möglichst genau die zeitgenössische kunstentwicklung meiner "sowjetischen" heimat zu beobachten. die tendenzen im innenrussischen diskurs einerseits und die wahrnehmung der kunst des "grossen nachbarn im osten" aus dem westlichen blickpunkt. mich beunruhigte nach und nach die tatsache, dass die russische kunstentwicklung weniger auf eigener inner-gesellschaftlicher dynamik basierte, und man gezwungen war, seine identifikation in einem ständigen dialog mit einem international agierendem kunstsystem zu finden. ausserdem entwickelte sich dieser dialog einseitig und bekam deutlich die züge eines image-liefersystems, gesteuert durch den mechanismus des angebots und der nachfrage. heute, rückblickend behaupte ich, dass es fast ausschliesslich nur die künstler der 90-er jahre russlands eine erfolgreiche kariere im westlichem kunstbetrieb vorweisen konnten, die spekulativ oder teilweise völlig unbewusst unter erfolgtrunkenheit dem negativen und erniedrigenden imagebild des russlands zugearbeitet hatten. es war wahrscheinlich eine die frage der zeit bis künstler heranwachsen würden, die diesen weg für sich unaktzeptabel finden würden und sich den luxus leisten würden, nach wirklichen alternativen zu suchen. dabei ist prima center für mich ein idealer ort, sich mit diesen themen auseinanderzusetzen. deswegen zeige ich bei dieser ausstellung nicht nur einzelne bilder, fotos, objekte, sondern auch postkarten, skizzen , und einige briefe.
3.-am 8.juni 2001 präsentierte der viel
beachtete philosoph und psychoanalytiker slavoj zizek in einer
kiepert-filiale seine neue publikation. dabei hat er in einer
anschliessenden diskussion die rückkehr des sozialismus prognostiziert:
weltweit, in ca. 20 jahren. ich machte damals porträtskizzen in einem
skizzenbuch und schrieb gelegentlich mit. die oben erwähnte aussage wurde
von mir leider nicht fixiert, aber ich merkte mir seine argumentation gut:
kapitalismus braucht ständige expansion, aber der planet und seine
ressourcen sind begrenzt. und deshalb erwartet den kapitalismus stagnation
und implosion. "wir werden es noch erleben" wendete sich slavoj zizek zum
publikum, und ich persönlich empfand seine worte als eine art religiöse
offenbarung. ich porträtierte damals weiter in meiner berliner umgebung und
sah bei jungen gesichtern statt glücksausstrahlung angst und erschöpfung.
während des internationalen kongresses "the post-communist condition" in
berlin im "das moskau-kongresszentrum" vom 10.-12. juni 2004, hatte ich
gelegenheit slavoj zizek wieder zu erleben. ich machte nicht nur einige
fotos und skizzen, sondern ich schenkte ihm eine radierung und bat ihn als
gegenleistung, mir die oben erwähnte prognose noch einmal zu bestätigen. das
tat er auch ohne jede ironie!
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