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      2019                                  

 

 Debora Steinhaus 

EGO SUM...

18 Kolonie Wedding

 

 

 29.03. - 23.04.2019


„Ultramarine blue“

Malerei, Skulpturen und Zeichnungen

Débora Steinhaus

 

Kurator: Rolf Külz-Mackenzie

 

 

 

 

 

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Ultramarine blue

Poetische Schwingungen im surrealen Raum aus Licht, Farbe und Stofflichkeit.Aktuelle Malerei, Skulpturen und Zeichnungen von Débora Steinhaus

 

Ultramarine blue“, lautet der Titel der brasilianischen Malerin Débora Steinhaus für ihre aktuelle Bilderserie. Ultramarine, als Farbe von ihr oft verwendet, bezieht sich u.a. darauf, dass diese Farbe häufig in Werken der Frührenaissance und im Barock zu sehen ist, auf die Farbe des Porzellans aus China, das über die Seeroute nach Holland gelangte sowie auf die Bedeutung des Wortes Ultramarine - auf Portugiesisch Übersee - und ist somit ein Wortspiel auf die Überseereisen im 15. bis 16. Jahrhundert - die Zeit des Barock und der Entdeckung Brasiliens.

Débora Steinhaus wurde in der südöstlichen Region Süd-Brasiliens geboren, im Staat Rio Grande do Sul ist sie aufgewachsen. Alle Kulturen ihrer Herkunft (Deutsche, Franzosen, Guaraní Indianer) sind für ihren persönlichen und künstlerischen Werdegang wichtig. Sie lebt und arbeitet in Berlin. In Porto Alegre hat sie Geschichte an der Universidade Federal do Rio Grande do Sul und Zeichnen am Atelier Livre studiert sowie in Rio de Janeiro Malerei an der Escola de Artes Visuais do Parque Lage- EAV und hat auch als Bühnenbildnerin gearbeitet.

 

Auf Reisen durch West-Europa ab 1994 entdeckt sie für sich die frühe niederländisch flämische Malerei und auch die Malerei der Früh-Renaissance und des Barock wurde ihr besonders wichtig. Ihre Faszination gilt der Farbe, der Natur und dem Licht. Die Bilder von Débora Steinhaus sind nicht einfach gefällig sondern sorgfältig geplant und haben direkte Bezüge zur Geschichte. Über den Barock gelangt sie in die Gegenwart, bezugnehmend u.a. auf Vermeer, indem sie z.B. die Schifffahrt und die damit verbundene Suche nach dem Neuen als Antrieb und Motiv für Bewegung nimmt.

 

Von einem Ausflug ans holländische Meer brachte Débora Steinhaus Porzellanscherben als Fundstücke mit. Diese bildete sie nicht nur in einigen ihrer Gemälden plastisch ab, sondern modellierte sie in bemalte Skulpturen – Büsten. Neben zahlreichen Zeichnungen in ihren Skizzenbüchern stellt Débora Steinhaus auch Zeichnungen auf Papier her. Sie zeigen ähnliche Szenen wie in ihrer Malerei, sind mit Farbstift und Pastelltechnik angelegt, sodass sie fast wirken als seinen sie gemalt. Es sind die gleichen kontrastreichen Farben und das Spiel mit Licht und Schatten zu erkennen und die von Débora Steinhaus so bedeutsam gemachte Stofflichkeit, die nach Panofsky einen „Gegenstandsrealismus“ erzeugt, der nicht unwesentlich ihre Malerei, aber auch ihre Zeichnungen und Skulpturen charakterisiert.

 

Rolf Külz-Mackenzie, Berlin, März 2019